Handmade at Amazon – neuer Marktplatz für handgearbeitete Produkte

18. August 2016
Handmade at Amazon

Ein neuer Marktplatz für Hobby- und Kunsthandwerker?

In Kürze wird Amazon sein Online-Angebot um den neuen Marktplatz „Handmade at Amazon“ erweitern. Neben Deutschland wird der Service in 4 weiteren europäischen Ländern auf Amazon.co.uk, Amazon.fr, Amazon.it und Amazon.es an den Start gehen und bekannten Plattformen wie DaWanda  ordentlich Druck machen. Amazon wirbt mit 250 Millionen Kunden weltweit sowie einer Kommission von 12 % für Zahlungsabwicklung, Marketing und Schutz vor Betrug. Monatliche Gebühren sollen dabei nicht anfallen.

Welche Handmade-Produkte können angeboten werden?

Amazons Zielgruppe sind Kunsthandwerker. Handmade-Produkte im Sinne von Amazon können u.a. sein Schmuck, Mode Accessoires, Spielzeug und Spiele, Sportartikel, Artikel für den Haushalt, Kunst, Möbel, Dekor, Beleuchtung sowie Artikel für Rasen und Garten, Lagerung und Organisation. Grundvoraussetzung für die angebotenen Produkte ist immer: Sie …

(…) müssen vollständig handgefertigt, von Hand angepasst oder von Hand zusammengebaut (nicht aus einem Bausatz) sein. (…) Massenprodukte oder Produkte, die von einem anderen Kunsthandwerker hergestellt wurden, sind nicht zum Verkauf bei Handmade at Amazon zugelassen.

Wie läuft die Anmeldung ab?

Für die in 4 Schritten unterteilte Anmeldung sollte man sich gut vorbereiten und genügend Zeit haben: Amazon selbst gibt ca. 30 Minuten als Zeitdauer für das Ausfüllen des benötigten Antrages an. Wann genau es losgehen soll, steht nicht fest. Ein konkretes Datum hat Amazon bis jetzt nicht genannt und beschränkt sich vage auf „demnächst“.

Meine Meinung

Es bleibt spannend, wann der neue Handmade-Marktplatz tatsächlich startet. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass Amazon seiner Konkurrenz mit Bekanntheitsgrad und vor allem Image das Leben schwer machen wird. DaWanda zum Beispiel ist in meiner Wahrnehmung immer noch ein Portal für Hobby-Bastler, die sich eine Zuverdienstmöglichkeit über Selbstgebasteltes oder Selbstgenähtes schaffen und ihre Produkte häufig für sehr kleines Geld anbieten. Amazon könnte mit seinem Profi-Prestige als „Onlineshop für alles“ tatsächlich neue Zielgruppen ansprechen, die sich nicht auf Portalen wie DaWanda oder eBay umsehen. Und genau das dürfte für die angesprochene Verkäuferzielgruppe aus dem Kunsthandwerk sehr lukrativ erscheinen, zumal nur verkaufsgebundene Kommissionen und keine Fixkosten anfallen sollen.

Spannend ist natürlich auch die Frage: Was macht Amazon zukünftig mit dem Wissen um Produkte, die sich besonders gut als „Handmade“ verkaufen lassen? Vielleicht eigene Produktideen schaffen und dem Kunsthandwerker am Ende selbst Konkurrenz machen?

Via Versandhausberater.de

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About the author

    Matthias Kastner

    Seit 2004 berate ich kleine und mittelständische Unternehmen zum Thema Onlinemarketing und moderiere Internet-Workshops. Geschäftsprozess-Optimierung, statistische Auswertungen, Ermittlung von Nachfragemärkten sowie Wirtschaftlichkeitsprognosen sind dabei zentrale Themen. Eines meiner Interessenschwerpunkte ist die Internet-Konzeptentwicklung im Tourismusbereich.

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